#bpt122 LIVE

Reporter der Nannenschule berichten live vom Parteitag der Piraten aus Bochum

Willkommen bei der ScribbleLive-Seite der Henri-Nannen-Schule zum #bpt122!
  • Herzlich Willkommen bei #bpt122 LIVE, der Berichterstattung der Henri-Nannen-Journalistenschüler über den Piraten-Parteitag. Hier versorgen wir Sie mit aktuellen Beiträgen rund um das Geschehen in Bochum. Der eigentliche Parteitag startet erst am Samstag um 10 Uhr. Aber bereits für heute Abend hat der Bundesvorstand eine Aussprache angekündigt. Angesichts der Machtstreitigkeiten in den vergangenen Wochen dürfte das interessant werden. Sobald es losgeht, lesen Sie es hier. Bis dahin können Sie sich auf unserem Jahrgangsblog gern über das Projekt informieren.
  • ZUR PERSON: Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender, hatte es nicht leicht in den vergangenen sechs Monaten: Die Partei erwartet, dass sich ein Vorsitzender zu Themen äußert. Doch anstelle von Inhalten beschäftigten sich die Piraten in den vergangenen Wochen vor allem mit Personalquerelen in der Führungsriege. Julia Schramm und Matthias Schrade legten ihre Ämter nieder, Schlömer selbst wurde im Internet als “Arsch” und “Versager” beschimpft. Viele Piraten wünschen sich nun, dass er mehr in die Offensive geht - manche forderten gar, die Vertrauensfrage zu stellen.
  • ZUR PERSON: Johannes Ponader, politischer Geschäftsführer, hat auf dem Parteitag in Neumünster versprochen, keine eigene Agenda anzugehen. Seitdem hat er sich jedoch mit seinen Aussagen zu bedingungslosem Grundeinkommen und Hartz IV klar als Sozialpolitiker positioniert. Das widerspricht dem Piraten-Gebot, nach dem sich Vorstände nicht inhaltlich positionieren sollen - und hat Ponader reichlich Kritik aus der eigenen Partei eingebracht. Auch die Art und Weise, wie Ponader sich öffentlich in Szene setzt, hat viele Piraten verärgert. Sollte in Bochum über einzelne Vorstände abgestimmt werden, könnte ihm das gefährlich werden.
  • ZUR PERSON: Matthias Schrade trat Ende Oktober nach nur sechs Monaten von seinem Amt als Beisitzer im Bundesvorstand zurück - wegen Johannes Ponader. “Die Situation im Bundesvorstand ist durch Johannes’ Alleingänge zuletzt immer schwieriger geworden”, schrieb er in seinem Blog. Eine produktive Zusammenarbeit sei deshalb nicht mehr möglich, Ponader solle daraus seine Konsequenzen ziehen.
  • ZUR PERSON: Julia Schramm trat erst vor kurzem mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt als Beisitzerin zurück. Die 27-Jährige begründete ihre Entscheidung mit der Aussage, sie wolle ihr Denken und Handeln nicht an eine "alte Politikvorstellung" anpassen. Ihr Rücktritt hat wahrscheinlich auch mit der Auseinandersetzung um ihr Buch "Klick mich" zu tun. Schramm hatte sich geweigert, das Buch frei verfügbar ins Netz zu stellen. Viele Piraten sahen darin einen Widerspruch zur zentralen Parteiposition, die eine Reform des Urheberrechts und alternative Finanzierungsmodelle fordert.
  • ZUR PERSON: Sebastian Nerz, ehemaliger Bundesvorsitzender, lästerte nach den Rücktritten von Julia Schramm und Matthias Schrade via Twitter: "Er hat nichts - aber auch absolut gar nichts - verstanden. NULL. NADA. NICHTS. Das ist unglaublich. Einfach nur *gar nichts*. Krass." Gemeint war Ponader. Nerz ist heute stellvertretender Vorsitzender, genau wie Markus Barenhoff.
  • Die Kolleginnen und Kollegen sind gerade in Bochum angekommen und berichten, dass sich die Halle langsam füllt. 100 bis 120 Besucher sind schon vor Ort, los geht es in einer Stunde. Gleich posten wir hier einige Kurzportraits von den wichtigsten Protagonisten des heutigen Abends.
    by Jan Strozyk edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 7:45:18 PM
  • Bernd Schlömer hat ein "gutes Gefühl", die Piraten sind nämlich viel "konstruktiver und gemeinsamer" als man gemeinhin denke. Aber das muss der Vorsitzende ja wohl auch sagen. Johannes Ponader hat schon viele Piraten mit "einem Lächeln im Gesicht" gesehen, sagt er. Das sei auch schon auf dem niedersächsischen Parteitag Anfang der Woche so gewesen. Ob er mitbekommen hat, dass ihn viele Niedersachsen gar nicht in Celle sehen wollten? Der Moderator dankt den zurückgetretenen Julia Schramm und Matthias Schrade für ihre Arbeit. Der Applaus ist eher verhalten. Aus dem Publikum kamen noch keine Fragen bislang. Mal abwarten, wie hart die Piraten mit ihrem Vorstand im Laufe des Abends noch ins Gericht gehen werden.
    by Ferdinand Dyck edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 7:45:57 PM
  • Das Podium komplettieren übrigens der stellvertretende Vorsitzende Markus Barenhoff und der Generalsekretär Sven Schomacker. Aber die nächste Frage des Moderators geht wieder an Schlömer. Wie hält er es denn mit möglichen Koalitionen zwischen Piraten und anderen Parteien? Der Moderator hält davon gar nichts übrigens, sagt er. Schlömer gewohnt pragmatisch: Wenn jemand auf uns zukommt, dann werden wir uns dazu verhalten. Früher habe in der Piratenpartei nämlich durchaus die Vorstellung geherrscht, "Koalitionen einzugehen und Verantwortung zu übernehmen". Aber ohne Koalitionsaussage wollen sie in die Bundestagswahl gehen. Immerhin.
    by Ferdinand Dyck edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 7:45:59 PM
  • "Prognosen sind in die Zukunft gesehen statistisch berechnete Unsicherheiten", antwortet Schlömer auf die Frage nach den schlechten Umfragewerten. Der Moderator hat wohl vor, das hier alleine durchzuziehen. Bis jetzt hat er noch niemandem aus dem Publikum um seine - oder auch ihre - Meinung gebeten. Apropos Statistik: Es sind mindestens ein Drittel Frauen im Raum. Das wird die Medienbeauftragten freuen. Oder Presse-Lotsen, so heißt das hier.
    by Ferdinand Dyck edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 7:49:30 PM
  • ZUR PERSON: Markus Barenhoff, stellvertretender Bundesvorsitzender, war in den vergangenen Wochen hauptsächlich mit eigenen Problemen beschäftigt: Am 17. Oktober fanden Polizisten in seinem WG-Zimmer in Münster einen brennenden Joint und im Garten neun Marihuana-Pflanzen. Barenhoff wies über seinen Anwalt den Vorwurf des Drogenhandels zurück. Die Ermittlungen laufen, sogar im vertraulichen Lagebericht “Innere Sicherheit” von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) tauchte ein Eintrag über Barenhoff und seinen mutmaßlichen Drogenbesitz auf - unter dem Punkt “Organisierte und allgemeine Kriminalität".
  • Wo Schlömer gerade über Wahlprognosen spricht - Wir haben den Berliner Politologen Oskar Niedermayer (Otto-Suhr-Institut) zu den Aussichten der Partei bei der Bundestagswahl befragt:

    "Die Piraten haben noch genau zwei Chancen, um wieder so in die Spur zu kommen, dass sie im nächsten Jahr tatsächlich in den Bundestag einziehen können. Einmal der Parteitag jetzt und dann die Niedersachsen-Wahl im Januar. Wenn die Berichterstattung über den Parteitag negativ ausfallen sollte, dann wird es ganz schwer. Ob sich die 1000 Piraten in Bochum dessen allerdings wirklich bewusst sind, ist eine andere Frage. Im Kern zielen die großen Piratenthemen Transparenz und Partizipation auf die politischen Prozesse. Wenn es den Piraten gelingt, jetzt Inhalte nachzulegen, dann bleiben sie im Spiel. Wenn sie es nicht schaffen, werden sie untergehen."
  • Erste Frage aus dem Pad: "Wie ist das Gespräch zwischen Johannes und Bernd gelaufen und worauf habt ihr euch geeinigt?" "Auf Stillschweigen", sagt Ponader. "Alle müssen sich wohl fühlen können", sagt Schlömer. Jetzt die Nachfrage von Anke Domscheit-Berg, Promi-Piratin aus Brandenburg. Sie hätte es gerne ein bisschen konkreter, sagt sie. Warum behält man interne Auseinandersetzungen nicht einfach für sich? Warum nehmen die beiden nicht mal profesionelle Mediations-Hilfe in Anspruch? Das gehe jetzt ein bisschen weit, sagt der Chef. "Johannes und ich haben ein kollegiales, stabiles Arbeitsverhältnis."
  • Johannes Ponader weiß noch nicht, ob er noch einmal antritt beim nächsten Parteitag. Die 300 Piraten im Saal sehen nicht so aus, als werde gerade diese Frage sie in der kommenden Nacht unruhig schlafen lassen.

    "Zieht Euch nicht so an den Menschen hoch, wir sind alle nicht so wichtig", ermahnt Bernd Schlömer trotzdem vorsorglich. "Wichtig ist, dass wir ein Parteiprogramm bekommen." Das erste Mal gibt es starken, anhaltenden Applaus. Sonst wirkt der Saal hier überraschend entspannt. Gebuht hat jedenfalls noch keiner.
    by Ferdinand Dyck edited by Isabelle Buckow 11/23/2012 8:33:26 PM
  • Die Jahrhunderthalle von außen. Große Raucherpause oder fade Diskussion?

    by Jan Strozyk edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 8:44:13 PM
  • Ein Pirat am Saalmikro bittet darum, die Privatgespräche doch nach draußen zu verlegen. Es ist tatsächlich recht laut im Plenum. Und vor der Eingangstür des Bochumer Jahrhunderthauses wäre auch noch Platz für den einen oder anderen, den das Podium bisher nicht vollständig in seinen Bann gezogen hat.
    by Ferdinand Dyck edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 8:44:38 PM
  • Eine Basispiratin (erst die zweite, die zu Wort kommt) moniert: Der Vorstand äußere Meinungen, die nicht mit der Basis abgestimmt seien - zum Beispiel beim Mindestlohn. Für die Piratenpartei ist das eine Kernfrage: Dürfen sich Amts- und Mandatsträger zu Themen äußern, zu denen die Partei noch keine offiziellen Positionen verabschiedet hat? Schließlich weist das Programm der Piraten noch viele weiße Flecken auf. Morgen und übermorgen werden wahrscheinlich einige Anträge behandelt, die etwa in der Wirtschafts- und Europapolitik solche thematischen Lücken schließen könnten.
    by Niklas Wirminghaus edited by Jan Strozyk 11/23/2012 8:56:29 PM
  • Es tut sich nicht sonderlich viel gerade. Eine gute Gelegenheit auf unseren Artikel hinzuweisen: Wir haben sechs Politikwissenschaftler zu den Problemen und Chancen der Piraten befragt.
  • "Insgesamt", beschwert sich jetzt einer aus dem Publikum, "wird hier etwas zu wenig Aussprache gemacht". Der nächste beklagt: "Ich möchte keine Gesichter, ich möchte Themen haben. Ich möchte, dass die Basis wieder bestimmt!" Viele Fragen sind jetzt eher Referate, die teilweise hart mit dem Bundesvorstand ins Gericht gehen. Aber genau dafür haben die Piraten diese Versammlung auch angesetzt: Damit Kritiker jetzt Luft ablassen können, und das Wochenende für inhaltliche Arbeit genutzt werden kann. Soweit zumindest der Plan.
    by Niklas Wirminghaus edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:10:20 PM

  • Wer ein echter Pirat ist, ist leicht zu erkennen. Ian Morrison-Cleat (links) trägt beides: T-Shirt und Namensschild.
    by Christa Roth edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:12:31 PM

  • Auch prominente Piraten waren an Bord. Hinten im Bild: Anke und Daniel Domscheit-Berg.
    by Christa Roth edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:13:56 PM
  • Während sich die Piraten aus ganz Deutschland auf den Weg nach Bochum machen, twittern sie natürlich auch. Zum Beispiel über Inhalte und Club Mate.

    "#bpt122 – Piraten auf dem Weg nach Bochum" auf Storify

    Auf der Tagesordnung morgen sollen "Inhalte, Inhalte, Inhalte" stehen - das fordern auch die meisten Journalisten.

    "#bpt122 – Presseschau zum Auftakt " auf Storify
    by Jan Strozyk edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:16:59 PM

  • Skeptische Blicke: Die Stimmung blieb während der Debatte angesichts der Kontroversen verhalten.
    by Christa Roth edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:23:26 PM
  • Das war die Aussprache über die Arbeit des Bundesvorstands.
    by Niklas Wirminghaus edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:25:43 PM
  • Überraschendes Ende: Ein Herr von der Firma Dümpel tritt ans Podium und wünscht die Veranstaltung zu beenden - die Bochumer Gebäudemanagementfirma hat den Raum anscheinend nur bis 22 Uhr vermietet. Die Podiumspiraten sind verdattert: Man habe den Saal doch bis 24 Uhr gebucht. "Da steckt doch die heute show dahinter", frotzelt der Moderator. Aber der Gebäudeverantwortliche macht keine Scherze und lässt sich nicht umstimmen: "Morgen ist die nächste Veranstaltung, wir müssen hier umbauen." Offenbar haben die Diskutanten aber ohnehin genug - und nutzen die Gelegenheit, die Veranstaltung kurzerhand für beendet zu erklären.
    by Niklas Wirminghaus edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:25:45 PM

  • Und dann kam der Hausmeister – das Piraten-Podium vor dem Abbruch durch die Firma Dümpel. Auf dem Podium (v.l.n.r.): Schomacker, Barenhoff, Ponader, Schlömer nebst Moderator.  
    by Christa Roth edited by Stefan Plöchinger 11/23/2012 9:25:47 PM
  • Unser Fazit: Am Ende des ersten Abends - oder besser Vorabends - des Parteitages hier in Bochum lässt sich sicher sagen: Die Piraten wollen sich an diesem Wochenede auf Inhalte konzentrieren.

    Es kamen die erwarteten Fragen zu Schlömer und Ponader - die auch antworteten und sich dabei alles andere als ungeschickt anstellten. Schlömer redete viel - ohne viel zu sagen. Auch Ponader hatte eine klare Mission: Bloß nicht noch mehr Angriffsfläche bieten. Es sah aus, als hätten die beiden ein gemeinsames Ziel verfolgt und ihren Plan am Ende ziemlich erfolgreich umgesetzt.

    Morgen geht der eigentliche Parteitag los. Darauf, dass sich dann rebellische Anträge zur Tagesordnung durchsetzen oder andere unvorhersehbare Angriffe auf die Parteitagsstrategen erfolgreich sein werden, deutete heute Abend nichts hin.

    Das war es vorerst im Liveblog. Morgen gegen 9 Uhr geht es hier weiter - mit zwei hoffentlich spannenden Tagen auf dem #bpt122.

    Was heute Abend passiert ist, können Sie unten nachlesen.
    by Ferdinand Dyck edited by Isabelle Buckow 11/24/2012 8:33:06 AM
  • Der Abend plätscherte - dann wurde es doch noch aufregend: #Hausmeistergate!

    Die Zusammenfassung der Piraten-Debatte auf Storify: "#bpt122 – die Aussprache Freitagabend"
    by Jan Strozyk edited by Isabelle Buckow 11/24/2012 8:33:14 AM
  • Die Halle im RuhrCongress Bochum füllt sich langsam, es ist ziemlich dunkel, aber überall leuchten schon Bildschirme, die auf den länglichen Zwölfertischen aufgebaut werden.

  • Die Rechner sind hochgefahren, der Kaffee ist durchgelaufen und dampft in den Tassen - die Henri-Nannen-Schüler in der Hamburger Zentrale sind bereit. Die Kollegen in Bochum bauen gerade im Pressebereich auf. Seit einer halben Stunde sind die Türen im RuhrCongress geöffnet, um 10 Uhr geht der Parteitag der Piraten offiziell los. Wir sind gespannt und halten Sie natürlich wieder über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden. Wir wünschen gute Unterhaltung.
    by Isabelle Buckow edited by Jan Strozyk 11/24/2012 9:11:53 AM
  • Die erste Herausforderung heute wird die Abstimmung über die Tagesordnung sein: Da von den über 700 Anträgen nicht alle behandelt werden können, müssen die anwesenden Piraten-Mitglieder zunächst eine Reihenfolge beschließen.

    Nach der Erfahrung bei vorherigen Parteitagen wird allein diese Diskussion viel Zeit kosten, bevor es erstmals zu inhaltlichen Abstimmungen kommen wird. Zusätzlich gibt es um die 70 Anträge, die die Parteisatzung ändern sollen und ausreichend Positionspapiere, die ebenfalls diskutiert werden könnten.

    Grundsätzlich gilt: Bei der Abstimmung von Anträgen zum Partei- oder Wahlprogramm und von Satzungsänderungen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Anwesenden notwendig. Positionspapiere benötigen hingegen nur eine einfache Mehrheit, um angenommen zu werden.
    by Sebastian Brauns edited by Jan Strozyk 11/24/2012 9:24:40 AM
  • Es ist Samstagmorgen, kurz nach zehn - und Parteichef Bernd Schlömer beginnt den Tag mit einer Sonntagsrede. In seiner Begrüßung verlässt er sich auf klassischen Politikersprech: "Wir wollen Politik machen, gute Politik!" - "Es ist an der Zeit, sich darauf zu besinnen, gemeinsam Politik zu machen!" - "Wir müssen unser Profil schärfen!" - "Wir machen nicht nur leere Versprechen!" - "Politik kann nur relevant sein, wenn sie die Menschen miteinbezieht." Doch je länger er redet, desto konkreter und weniger phrasenlastig wird seine Ansprache: Er bezeichnet die Piratenpartei als die "sozialliberale Kraft der Informationsgesellschaft", als eine "Bürgerrechtsbewegung, keine Volkspartei".
    by Niklas Wirminghaus edited by Isabelle Buckow 11/24/2012 9:35:05 AM
  • Die erste Abstimmung des Tages: die Wahl des Versammlungsleiters. Der Hesse Jan Leutert wird gewählt, und damit ist Bernd Schlömer erst einmal von offiziellen Pflichten erlöst. Ab jetzt bestimmt: die Basis

  • Inhalte statt Köpfe – doch um welche Inhalte soll es gehen? Der Politikwissenschaftler Marc Debus sagt: "Ich würde mir wünschen, dass die Piraten zur Finanzkrise und zu außenpolitischen Fragen – aktuell die Krise im Nahen Osten – Positionen entwickeln, oder zu ganz normalen wählerrelevanten Themen wie Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz, Klimawandel."

    Alle unsere Experteninterviews zu den Piraten finden Sie hier.
    by Frida Thurm edited by Isabelle Buckow 11/24/2012 9:49:39 AM
  • Gerade kommt die Ansage der Kollegen aus Bochum: Im Pressebereich ist das Internet ausgefallen. Wir bleiben natürlich per Handy dran und berichten hier, wenn etwas Entscheidendes passiert.

  • 1500 Piraten haben sich auf dem Parteitag versammelt. Gemeinsam stimmen sie über die Tagesordnung ab. Foto: Christa Roth


  • Im Saal hat gerade die Diskussion über die verschiedenen Anträge zur Tagesordnung begonnen. Das klingt langweilig, ist aber absolut entscheidend. Weil von den knapp 800 Programmanträgen am Ende nur vielleicht 60 diskutiert und abgestimmt werden, wird jetzt entschieden, welche Inhalte überhaupt eine Chance haben, ins Programm aufgenommen zu werden.
    by Ferdinand Dyck edited by Stefan Plöchinger 11/24/2012 10:27:51 AM

  • Innovative Lösungskonzepte für den Alltag? Vielleicht liegt es daran, dass das Internet nicht ging? Foto: Christa Roth
  • Ein Bällebad für kleine und große Piraten.

    by Christa Roth edited by Isabelle Buckow 11/24/2012 10:40:19 AM
  • Jetzt steht die Tagesordnung fest: Die circa 1500 Anwesenden haben mit großer Mehrheit für einen Kompromissvorschlag gestimmt, der verschiedene Vorschläge vereint. Damit steht fest: Die Piraten werden sich auf jeden Fall mit Anträgen zu Wirtschaft, Gesundheit und Außenpolitik beschäftigen - denn diese stehen oben auf der Tagesordnung. Sie können damit die Partei endlich thematisch breiter aufstellen. Dass das so schnell klar wurde, zeigt: Dieser Parteitag ist bereit, Tempo zu machen.
    by Niklas Wirminghaus via mobile edited by Jan Strozyk 11/24/2012 10:50:17 AM
  • Die Piraten versuchen mit ihrer Tagesordnung einen Spagat. Zum einen wollen sie die Lücken schließen, die in ihrem Grundsatzprogramm klaffen. Zum anderen wollen sie sich auf ihre Kernthemen zur Netzpolitik besinnen. Außenpolitik, Gesundheit, Rente, Jugendschutz, Euro und Wirtschaft sollen ebenso abgehandelt werden, wie Datenschutz, Volksabstimmung und Grundrecht auf Internet-Zugang.

    Der Ablauf wird nun maßgeblich durch Anträge bestimmt, die vorher per Umfrage gewichtet wurden. Die Ergebnisse aus dem Piraten-Tool Liquid-Feedback werden hingehen nicht berücksichtigt. Das Tool wird parteiintern ohnehin kritisiert, weil es entgegen seines Anspruchs wenig demokratisch funktioniere.

    Die Debatte um Liquid Feedback werden wir im Laufe des Tages hier aufarbeiten.
    by Sebastian Brauns edited by Stefan Plöchinger 11/24/2012 10:53:18 AM
  • Verhandelt wird jetzt Wirtschaft. Die Diskussion darum dauert nun fast schon eine halbe Stunde. Es ist allerdings bislang ausschließlich eine Debatte um Organisation und Formalien; darum, ob die vorliegenden Anträge gemeinsam diskutiert werden oder nicht.

    Was bislang nicht diskutiert wird: Inhalte. Ohnehin sind die Wirtschaftsanträge keine radikalen Würfe, sondern sorgfältig austariert zwischen Marktwirtschaft und sozialem Ausgleich. Weichgespült, monieren Kritiker.
    by Niklas Wirminghaus via mobile edited by Jan Strozyk 11/24/2012 10:53:20 AM
  • Weil auch vorne auf dem Podium der Parteitagsleitung immer wieder das Internet streikt, wird die erste inhaltliche Rede vorgezogen. Eine junge Piratin aus Berlin plädiert leidenschaftlich dafür, die Situation von Flüchtlingen in Deutschland zu verbessern - zum Beispiel sollen sie grundsätzlich eine Arbeitserlaubnis erhalten. Lang anhaltender Applaus vom Parteitag. Die Piraten wollen sich ja nicht einordnen lassen in die traditionellen Kategorien von "rechts" und "links". Aber auch die Rede, die der niedersächsische Spitzenkandidat Meinhart Ramaswamy - mit Bart und Che-Guevara-Barett - vor einer Stunde ablieferte, hätte so auf jeden Linken-Parteitag gepasst: "Arbeit macht krank", sagte er, und Deutschland sei auf dem Weg in den "Neo-Feudalismus". Mal sehen, ob wir diesen Hauch von Klassenkampf morgen Abend auch in den Positionen zu Wirtschafts- und Innenpolitik wiederfinden.
    by Ferdinand Dyck edited by Stefan Plöchinger 11/24/2012 10:53:46 AM

  • Laura Dornheim hat maßgeblich am Wirtschaftsprogramm der Piraten mitgearbeitet.
    by Christa Roth edited by Isabelle Buckow 11/24/2012 11:06:19 AM
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