Olympia ist beendet, so kann ich mich nun wieder den wirklich wichtigen sportlichen Geschehnissen zuwenden. Ab 20.15 Uhr gibt es hier die Montagspartie aus der 2. Bundesliga zwischen Aachen und Düsseldorf als Live-Blog!
Das Spiel ist nicht nur aus sportlicher Sicht interessant, freilich ist es auch ein Derby. Es werden über 25.000 Zuschauer im Aachener Tivoli erwartet, die Anreise der Fortuna-Fans betrug nicht einmal 100 Kilometer.
Die Gastgeber durchleben eine mehr als durchwachsene Saison. Zwar beträgt der Vorsprung zum 16. Platz acht Zähler, aber eine Negativserie sollte man heute lieber nicht starten. Ein Sieg würde wohl letzte Zweifel am Klassenerhalt ausräumen.
Fortuna Düsseldorf präsentiert sich als bester Aufsteiger sehr gut und hat mit dem Abstieg nichts am Hut. Vielmehr geht es darum, mit einem Sieg den Anschluss an die Aufstiegsränge zu halten. Sechs Punkte beträgt aktuell der Rückstand auf St. Pauli.
Die Mannschaftsaufstellungen sehen folgendermaßen aus:
Aachen: Stuckmann - Casper, Herzig, Olajengbesi, Jepsen - Milchraum, Burkhardt, Kratz, Özgen - Fiel - Gueye
Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, van den Bergh - Costa, Lambertz - Zoundi, Fink - Harnik, Oehrl
Die Fans singen sich schon mal warm - ein Vorgeschmack auf die Atmosphäre gleich während dem Spiel. 4000 Fortuna-Anhänger sollen auch mitgereist sein.
Bei Alemannia stellt sich die Frage, wer die Tore schießen soll: Babacar Gueye ist da auf sich alleine gespielt, denn Benjamin Auer fehlt verletzt.
Anpfiff. Fortuna Düsseldorf stößt an.
Erste Vorstöße von beiden Mannschaften, allerdings noch ohne Erfolg. Für die Fortuna wird es auch darum gehen, die Auswärtsschwäche (letzter Sieg auf fremden Platz vor vier Monaten) im Saisonendspurt zu besiegen.
Die Hausherren versuchen, die Initiative zu übernehmen und bekommen jetzt bereits die dritte Freistoßchance in aussichtsreicher Position.
Und das hätte fast geklappt! Von der linken Seite hereingezogen, köpft Geburtstagskind Casper am langen Pfosten auf Torwart Ratajczak - Ecke.
Olajengbesi mit einem energischen Vorstoß aus der eigenen Innenverteidigung, das bringt eine Ecke und steht symbolisch für das größere Engagement der Gastgeber bisher.
Özgen verliert im Mittelfeld den Ball, anschließend bietet er maulaffenfeil bei Burkhardts Konter. Im letzten Moment geht die Innenverteidigung dazwischen.
In den letzten Minuten ist das Spiel etwas offener geworden, auch Fortuna kommt jetzt vor das Tor des Gegners - aber noch ohne konkrete Torgefahr.
Nach einigen Minuten mal wieder Alemannia: Milchraum nimmt an der Strafraumgrenze einen langen Freistoß an, zieht aus der Drehung ab und scheitert an Ratajczak.
TOOOR!!! 1:0 für Düsseldorf durch Martin Harnik!
Einen hohen Ball aus dem Halbfeld nimmt der tief gestartete Harnik im Fallen mit dem rechten Fuß - ein akrobatisches Kunststück, da können Olajengbesi und Stuckmann nur staunen.
Nach der guten Aachener Anfangsphase ist dieser Treffer ein Resultat der gekippten Spielanteile.
Gute Ausgleichschance! Özgen zieht aus etwa 20 Metern direkt ab, der Flachschuss verfehlt aber das Tor knapp.
Eckball für Aachen, Herzig köpft zentral und ungedeckt, aber Ratajczak pariert erneut glänzend. Langsam wäre der Ausgleich aber verdient für die Hausherren.
Auch die nächste Ecke wird gefährlich, diesmal Casper, aber er bringt den Ball nicht auf das Tor. Es bleibt beim 0:1 aus Alemannia-Sicht.
Gueye hängt bei Alemannia Aachen ziemlich in der Luft, es kommt kaum ein sinnvolles Anspiel auf den Stürmer.
Nach den zwei guten Torchancen spielt sich die Partie jetzt hauptsächlich im Mittelfeld ab. Düsseldorf scheint zunächst mit dem Zwischenstand zufrieden und Aachen findet keine Mittel, durchzukommen.
Halbzeit. Düsseldorf führt in Aachen mit 1:0.
Die Hausherren haben gut begonnen, dann ein unnötiges Gegentor bekommen und anschließend Fortuna-Goalie Ratajczak warmgeschossen. Letztendlich fehlt ihnen jedoch die Konsequenz, denn abseits von Standardsituationen kam keine gute Chance heraus. Die Düsseldorfer führen dank eines Traumtores von Harnik (Tor des Monats schon am 1. März?) und spielen sehr geschickt.
Die Teams kommen zurück auf das Feld, in Kürze geht es also weiter auf dem Aachener Tivoli.
Zweite Halbzeit. Der Ball rollt wieder.
Der Aachener Casper muss zur Pause angeschlagen in der Kabine seine Geburtstagsparty weiterfeiern. Statt seiner ist nun Adlung mit dabei.
Muskelfaserriss im Oberschenkel lautet übrigens die erste Diagnose, es gibt wahrlich bessere Zeitpunkte für eine Verletzung.
Gueye kann es ja doch: Nach Adlung-Flanke köpft der Ex-Messiner mit dem Hinterkopf, Ratajczak muss sich strecken.
Gefährlicher Vorstoß auch der Fortuna: Ein Freistoß wird von allen verpasst, auch von Harnik direkt vor dem Torwart. Stuckmann packt zu.
Die erste gelbe Karte der Partie bekommt Daniel Adlung, hat ja nicht so lange gedauert. Der Übeltäter damit gesperrt.
Aytekin hat das Kärtchen gefunden: Anderson mit rüdem Einsteigen an der Grundlinie, völlig berechtigte Verwarnung.
Der anschließende Freistoß wird vom Fortuna-Goalie total unterschätzt, sodass der Herzig-Kopfball erst auf der Linie geklärt wird. Sind das Chancen für die Alemannia...
In der Viertelstunde seit Wiederanpfiff haben die Hausherren das Kommando übernommen, drängen beharrlich auf den Ausgleich. Die Düsseldorfer beschränken sich weiter auf Konter.
Der Düsseldorfer Zoundi lässt gegen Jepsen das Bein stehen - nächster Einsatz für den gelben Karton.
Erster Wechsel bei Fortuna: Der eben verwarnte Zoundi geht, dafür jetzt Marco Christ im Spiel.
Ohne den hervorragenden Aachener Manndecker Nico Herzig hätten die Gäste sicher schon einige Konterchancen zu Toren verwandelt.
Da hätte es dann fast geklappt: Plötzlich offener Schlagabtausch, die Aachener sind aufgerückt und Düsseldorf kontert. Olajengbesi verliert im Strafraum das Gleichgewicht, Fink bekommt den Ball frei präsentiert und wird erst im letzten Moment gestört.
Von einer Minute zur nächsten haben die Teams ihr Mittelfeld aufgelöst - es geht jetzt ruck zuck von einer Seite zur anderen.
Doppeltausch bei Alemannia: Uludag kommt für Milchraum, Nemeth ersetzt Fiel. Pfiffe aus dem Publikum.
Die letzten 20 Minuten sind eingeläutet. Wenn Aachen nicht langsam mal eine ihrer Chancen verwertet, bahnt sich hier ein klassisches Kontergegentor an.
Der frische Ulugard versucht an Lambertz vorbeizukommen, wird aber mit unfairen Mitteln gestoppt - gelbe Karte.
Düsseldorf sehr anfällig bei Standards. Auch jetzt wieder, aber die Aachener schießen ihre eigenen Leute ab, anstatt das Tor.
Platzverweis! Gelb-Rot gegen Lambertz wegen Ballwegschlagen.
Jetzt muss es aber mal was werden bei Aachen. Zehn Minuten noch, die Vehemenz haben sie seit etwa einer Viertelstunde vermissen lassen. Und wieder wird nach einer Ecke der eigene Mann abgeschossen.
Der Platzverweis resultiert übrigens nicht aus Ballwegschlagen, sondern weil Lambertz einen zweiten Ball ins Spiel gebracht hat. Ziemlich harte Entscheidung von Aytekin ohne Fingerspitzengefühl.
Was wollt ihr denn noch? Flanke von Jepsen, Özgen nimmt direkt ab und Ratajczak lässt abprallen. Warten auf den Ausgleich.
Jetzt läuft Alemannia einfach die Zeit davon, keine zwei Minuten mehr. Die Überlegenheit manifestiert sich dann auch in 23:7 Torschüssen.
Schwertfeger ersetzt bei Fortuna Oehrl.
Noch zwei Minuten Nachspielzeit.
Abpfiff! Aachen 0 - 1 Düsseldorf
Ein sehr glücklicher Sieg für Düsseldorf. Der erste Auswärtssieg seit mehr als vier Monaten, ein sehr wichtiger Erfolg, denn so bleibt Fortuna im Aufstiegsrennen. Die Rheinländer zeigten das, was Aachen heute abging: Effizienz. Chancen genug hatten die Hausherren.
Und damit hat sich das bewahrheitet, was ich bereits zu Spielbeginn in die Runde geworfen hatte: Wer schießt bei Aachen die Tore? Babacar Gueye auf jeden Fall nicht.
Damit mache ich den Deckel drauf. Guten Abend aus Leipzig!